Thing~Ding & Thie

Eine kleine Einführung

Als Thing oder Ding (altnordisch) wurden Volks- und Gerichtsversammlungen bezeichnet.

Es gibt vielerlei Deutungen der spährlichen Überlieferungen wie so ein Thing ablief, wer teilhaben durfte usw. Da das Thing bei unseren Ahnen mehr als 5000 Jahre von Bedeutung war, müssen zwangsläufig über diesen Zeitraum auch Wandlungen geschehen sein, die mit ihrem Ursprung wohl nur noch eines gemeinsam haben: Der Ort oder Platz, an dem eine solche Versammlung abgehalten wurde, hieß Thingplatz oder Thingstätte und lag häufig etwas erhöht oder unter einem Baum (Eiche oder Linde), jedoch immer unter freiem Himmel.

Als Thie, wurden in Dörfern des Mittelalters (vielleicht auch schon in germanischer Zeit) mit Mauern eingefriedete und erhöhte grasbewachserne Plätze, auf denen ein steinerner Tisch unter Linden stand, bezeichnet. Hier wurden Versammlungen der Bauern, Bekanntmachungen, Gerichtsverhandlungen der niederen Gerichtsbarkeit und in späterer Zeit Feste der Bauern abgehalten. Viele Plätze im ostniederländischen und nordwestdeutschen Raum, etwa bis zur Elbe, tragen noch heute den Namen Thieplatz oder Thiestätte. Der Thie (älter: das Thie) hatte lokalen Bezug und befand sich in der Regel innerhalb von Ortslagen kleiner Siedlungen, während eine Thingstätte eher regionale und überregionale Bedeutung hatte.

Mehr Deutungen über Things und Harzer Geschichte findet ihr hier

Der Thingplatz auf dem Reginstein

…nahe Blankenburg hatte für unsere Ahnen wohl eine ganz eigene Bedeutung.  Seine Bezeichnung Regan (altnord. Regin) weist auf die gemanischen Gottheiten, die ratenden Wesen. So wird nach Sander der Regenstein zum Stein der Rater, d. h. der Stein an dem die Götter Rat hielten. Als Göttersitz ragt es aus seiner Umgebung empor und schaut weit hienein in die Lande, hinab auf zahlreiche Kultstätten die ihn umgaben. Weitere Infos über den Regenstein hier

Über die Zahlreichen Kultstätten um den Reginstein, konnte der in Blankenburg gebürtige Walter Diesing in intensiver Forschungsarbeit, die wohl größte neolitische Kultanlage der Welt aufdecken. Sie ermöglicht uns einen interessanten Blick in das Leben unserer Ahnen vor mehr als 5000 Jahren. In seinem Buch „Der Himmel auf Erden in Blankenburg am Harz“ berichtet er ausführlich über die von ihm gefundenen Zusammenhänge der einzelnen Kultstätten und geht dabei auch auf den Reginstein und den Thiepark in Blankenburg ein.

Der Thieplatz in Blankenburg…

…könnte nach den Schlussfolgerungen von Walter Diesing, eine größe von 3000 x 500 Metern gehabt haben.

Drei Bilder machen die damaligen Dimensionen in Bezug auf die Kultstätten „Des Himmel auf Erden“ und die restliche Größe in heutiger Zeit deutlich.

Im Westen wird der Ursprüngliche Thieplatz von der Linie FreierStein (Blankenstein) und im Osten von der Linie Loci (Eselstall) begrenzt.

Linie Hel (Kucksburg) in Richtung Heimdal (Heimburg) makiert die Sonnenwendachse.

Der eigentliche Thieplatz mit dem Lindenkreis wird am Schnittpunkt der Linie Großvaterfelsen gelegen haben, an dem jetzt die kleine Kirche Georgenhof steht.

Die kleine hellgrüne Fläche makiert den Rest einstiger Größe.

Aus dieser nur wenig greifbaren Ära blieb nur ein Menhir aus Quarzitgestein übrig, ein die Zeiten verbindendes Element. Dieser steht am südwestlichen Ende des Blankenburger Thieparks, im Boden der Parkanlage.

Weitere Infos über den Thiepark hier

 

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